Sea-Eye Crew widersetzt sich Anweisungen der Leitstelle und sucht jetzt sicheren Hafen

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Die Sea-Eye im Einsatz vor der libyschen Küste; © jouwatch
Die Sea-Eye im Einsatz vor der libyschen Küste; © jouwatch

Berlin, Valletta – Die deutschen NGOs sind äußerst aktiv, wenn es darum geht, Menschen nach Europa zu transportieren. Neben der Open Arms, die am Wochenende 311 Migranten im Mittelmeer auffischte und in einer viertägigen Seereise nach Spanien schleppte, ist auch die sogenannte NGO Sea-Eye wieder unterwegs. Die Schlepperorganisation Sea-Eye ist seit dem 21. Dezember mit dem ehemaligen deutschen Forschungsschiff „Professor Albrecht Penck“ vor der libyschen Küste im Einsatz. Am Samstagmorgen sichtete die Crew der „Professor“, die unter deutscher Flagge fährt, ein überladenes Fischerboot und nahm die 17 Personen an Bord, die jetzt nach Europa gebracht werden sollen. Ein Hafen wird noch gesucht.

Am Samstagmorgen entdeckte die Crew der „Professor“ ein überladenes Fischerboot mit 17 Personen aus Mali, Nigeria, Kamerun, dem Sudan, Sierra Leone, Elfenbeinküste und Guinea. Umgehend wurden die italienische Seenotleitstelle in Rom und die deutsche Seenotleitstelle in Bremen informiert. Beide Leitstellen verwiesen auf die Zuständigkeit der Libyschen Navy Coast Guard, die daraufhin ebenfalls von der Sea-Eye-Crew informiert worden war.

Doch eine Übergabe der illegalen afrikanischen Einwanderer an die libysche Küstenwache lehnte die Crew strikt ab. Auch weigerte sich die Besatzung den Aufforderungen der Libyer Folge zu leisten, obgleich die Seenotleistelle in Bremen dies deutlich anwies. In einer Pressemitteilung verkündete die Sea-Eye:

„Die Übergabe der Geretteten an die Libysche Navy Coast Guard haben wir am Vormittag klar abgelehnt. Sie wäre nach den Genfer Flüchtlingskonventionen ein Verstoß gegen internationales Recht. Wir sind irritiert und enttäuscht, dass die Seenotleitstelle in Bremen weder mündlich noch schriftlich klarstellte, dass sie diese Auffassung teilt und uns stattdessen schlicht anwies den Aufforderungen der Libyer zu folgen.“

Die Sea-Eye sucht noch weitere gemeldete Schlauchboote und will dann einen „sicheren Hafen“ ansteuern, wo „den Geretteten keine weiteren Repressalien drohen und an dem sie Nahrung, Trinkwasser, medizinische Versorgung und ein Obdach erhalten“.

„Bei der Suche nach einem sicheren Hafen setzen wir auf die Unterstützung des Auswärtigen Amtes. Unsere wiederholte Bitte an Tripolis, uns einen sicheren Hafen zu organisieren, blieb bisher unbeantwortet. Das wundert uns kaum. Zwar ist Libyen für diese SAR Zone von der internationalen Gemeinschaft verantwortlich gemacht worden, aber einen sicheren Hafen vermag die Behörde in Tripolis jedoch regelmäßig nicht zu benennen.“

Sea-Eye bestätigt mit der angeblichen „Seenotrettung“ wieder einmal, daß es sich nicht um Hilfe aus hoher See handelt, sondern um Schleppertätigkeiten. Es ist schlichtweg ein Skandal, daß deutsche Schiffe direkt vor der libyschen Küste auf Wanderungswillige warten und sie diese, sobald sie an Bord sind, dem Zugriff der libyschen Küstenwache entziehen, obwohl diese zuständig ist. Sich den sicheren Zielhafen auszusuchen führt die ganze Seenotrettung zudem ad absurdum. Das ist keine Rettung mehr – das ist Schleppen auf höchsten Niveau. (BH)

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