Nürnberg: Tuberkulose-Erkrankungen steigen drastisch an – „Vor allem die jüngeren Patienten haben meist Migrationshintergrund“

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Nürnberg. Experten des Klinikum Nürnbergs sind besorgt, da die Zahl der Tuberkulose-Neuinfektionen in der Stadt und der Region drastisch ansteigt. Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen. Die Zahl der erkrankten Kinder verdoppelte sich in den letzten zwei Jahren.

Dabei war Tuberkulose für lange Zeit von der Bildfläche und der öffentlichen Diskussion verschwunden. „Doch damit ist auch die Wahrnehmung bei den Ärzten und in der Bevölkerung verschwunden. Jetzt ist die Tuberkulose zurück, aber das Bewußtsein dafür ist noch nicht wieder da“, meint Oberarzt Kandler gegenüber „Nordbayern“.

Den Grund für die neu steigenden Fallzahlen benennt er ebenfalls: „Etwa ein Drittel der Patienten sind Deutsche, zwei Drittel haben eine andere Staatsbürgerschaft“, meint Prof. Joachim Ficker, Chefarzt der Pneumologie am Klinikum Nürnberg. Vor allem die jüngeren Patienten haben meist Migrationshintergrund. „Bei den Kinder und Jugendlichen sehen wir also echte Neuinfektionen, während es sich bei den Senioren meist um eine Reaktivierung einer alten Tuberkulose handelt, also um ein Nachklingen eines Problems, das mal ein riesiges war. Wenn jetzt aber Kinder hier erkranken, dann heißt das, die Tuberkulose ist zurück“, erklärte Prof. Ficker weiter. (tw)

Bildquelle: Pixabay

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