Hubertus Knabe – Es brauchte keine Intrige

Cicero DE General Sources

Business as usual in Berlin-­Hohenschönhausen. Busse fahren vor, Schülergruppen werden durch die düsteren Gefängniszellen geführt, in denen in der DDR Tausende politisch Verfolgte inhaftiert waren. Ende März soll in dem ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis eine neue Ausstellung eröffnet werden, „Stasi in Berlin“. Letzte Arbeiten werden gerade ausgeführt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein 170 Quadratmeter großes begehbares Luftbild, das Berlin im Maßstab 1:1758 zeigt. Auf ihm werden sich die Besucher mithilfe eines iPads rund 4200 Orte des Wirkens der Stasi in Ost- und Westberlin anschauen können: Dienstsitze, konspirative Wohnungen, Schauplätze von Mordanschlägen und Entführungen. Kurator Andreas Engwert nennt es die „Infrastruktur der Repression“.

Innovativ will sich die Gedenkstätte in der Ausstellung präsentieren. Filme werden sich die Besucher auf den iPads ansehen und Stasi-Einsätze auf dem Stadtplan über mehrere Stationen nachverfolgen können. Klassische Vitrinen und Texttafeln hingegen wird man vergeblich suchen. Die Ära Hubertus Knabe in Hohenschönhausen geht nach 18 Jahren in diesem Frühjahr mit einer multimedialen Inszenierung zu Ende.

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